Freiburger Wissenschaftler bringen Jugendlichen die Analyse von historischen Quellen bei

Wie haben Menschen vor 100 Jahren ihren Alltag verbracht, was hat sie bewegt? Der Historiker Prof. Dr. Jörn Leonhard und Prof. Dr. Hans-Helmuth Gander, Leiter des Husserl-Archivs Freiburg, haben ein Lernprojekt an der Schnittstelle zwischen Schule und Wissenschaft mit dem Namen "Zeitreisen - Alltag und Erfahrung in historischen Ego-Dokumenten" gestartet.
Ziel ist es, Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 9 bis 12 an die historischen Quellen im Deutschen Tagebucharchiv (DTA) in Emmendingen heranzuführen und ihnen den wissenschaftlichen Umgang mit den Ego-Dokumenten beizubringen.
Die Sichtung und Bearbeitung einiger der circa 8.500 im DTA gelagerten Quellenbestände ermöglicht den Schülern Einblicke in die Alltags-, Mentalitäts- und Erfahrungsgeschichte der vergangenen 250 Jahre. Studentische Tutoren betreuen die Schüler während des Lernprojektes und stehen den Jugendlichen mit wissenschaftlichem Rat zur Seite.
Das Projekt ist zunächst auf drei Jahre angelegt und wird von der Robert-Bosch-Stiftung finanziert. Neben der Universität Freiburg und dem DTA sind das Albert-Schweizer-Gymnasium in Gundelfingen, das Erasmus-Gymnasium in Denzlingen, das Goethe-Gymnasium in Emmendingen und das St. Ursula Gymnasium in Freiburg an der Kooperation beteiligt.
Das Bild oben entstand Mitte Oktober 2011: In den Räumen des DTA fand ein Workshop der beteiligten Wissenschaftler, Studenten, Lehrer und DTA-Mitarbeiter statt (DTA-Foto: G. Seitz).
BZ-Foto: Hans-Jürgen Truöl
Wie die effektive Vernetzung der jungen Wissenschaftler mit dem Team des Deutschen Tagebucharchivs ganz im Sinne des Projektgedankens voranschreitet, hat BZ-Redakteur Hans-Jürgen Truöl in seinem Bericht vom 1. Oktober in der Badischen Zeitung beschrieben (den Link finden Sie hier).
Die Projekt-Homepage ist unter der Adresse www.zeitreisen.uni-freiburg.de zu finden.
Schülerbesuche im DTA

Ein Tutoren-Team leitet die Projekt-Schüler bei der Sichtung der Quellen und und bei der Bearbeitung von Themenarbeiten an.
"Wie erlebten Kinder und Jugendliche die Zeit der Weimarer Republik?" ist eine der Fragen, die die Schüler beschäftigt. In den Tagebuchabschriften können sie dies nachlesen.

Alle Schüler bekamen (dank der Unterstützung der Firma Tushita) zum Projekt-Beginn ein Schreibbuch geschenkt, um selbst das Tagebuch schreiben ausprobieren zu können.

Die DTA-Mitarbeiterinnen Dr. Christa van Husen (rechts) und Jutta Jäger-Schenk erläuterten den Schülern komprimiert Wissenswertes über den Quellenbestand des DTA, bevor die Tutoren der Universität Freiburg zum wissenschaftlichen Arbeiten überleiten.